Wikinger 

Der Begriff ist keine Volks- oder Stammesbezeichnung. 
Sondern eint alle Personen - unabhängig ihres Geschlechts - aus dem Norden, 
die bestimmten Tätigkeiten nachgehen. 
Das Wort kommt von „Viking“, auf Raubzug gehen, Handel treiben, reisen 
und in fremden Ländern ansiedeln. 

Durch ihre genialen Fähigkeiten, Schiffe zu bauen 
und diese über Ozeane hinwegzunavigieren, 
konnten die SkandinavierInnen fremde Länder und Kontinente bereisen, 
Handel treiben, plündern oder sich niederlassen.

Die Wikinger selbst nannten sich gegenseitig nicht so.

Band I   

Merciens Lied 


Das Mädchen zog den Kopf ein. Kam etwa die Tante zurück? 
„Vater!“ Sie atmete auf, wollte auf ihn zustürzen, ihn umarmen, so wie sonst. Jäh hielt sie inne. Da war etwas. Etwas Fremdes hing an seinem Körper, kam mit über die Türschwelle. 
Und warum klopfte er nicht an? Er klopfte doch sonst immer an die Tür des winzigen Hauses, obwohl andere Männer seines Standes das nicht taten. 
Mäuse flohen über den festgestampften Lehmboden hinter den Holzbock mit den Scheiten. Der Vater drängte seine Tochter zurück. 
In ihrem Körper staute sich Unwillen, ballte ihre Hände, wollte in barschen Worten durch die Kehle nach draußen. Ärgerlich schluckte sie sie mitsamt dem Schrecken hinunter. In ihrem Bauch zwickte das schlechte Gewissen: Das Mädchen sollte sich über seinen Besuch freuen, so wie sie es immer tat. Schließlich lernte sie auf sein Geheiß hin in der Abtei Sankt Paul lesen, schreiben und alles, was sie durch ihre Fragen aus den weiblichen Mönchen dort herausbekam. 
Sie zog den Umhang noch fester um den Körper, starrte auf seine Tränensäcke, die wie dicke Wülste unter seinen Augen hockten. 
„Vater, geht es Euch gut?“ 
„Es ist schon spät“, sagte er und zwang sie weiter zurück durch die Stube. 
Gunhild würde nicht zurückweichen. 
Störrisch verschränkte sie die Arme und blieb stehen. Sie war schließlich nicht ihre Tante, die immer zusammensackte, sobald der Vater seinen Stiefel über die Türschwelle hievte. 
Überrascht schaute der Mann auf sie herab und durch sie hindurch. 
Zwischen den schwarzen, mit grauen Strähnen geschmückten Haaren saß der Reif des Novembermorgens. Langsam tropfte er auf seinen Umhang aus Hirschfell. „Ist der Witan schon beendet?“ Ihr Herz klopfte an den Schläfen. 
„Schon ist gut.“ 
Fahrig strich er sich über den Vollbart, blickte suchend um sich, als wäre das Mädchen überhaupt nicht anwesend. Diese Nervosität kannte sie nicht an ihm. Ihre Nackenhaare hoben sich. 
„Wo ist deine Tante?“ 
„Sie sind alle in Chelsey, bei der Hochzeit der Base.“ 
Die Antwort gefiel ihm nicht. Sie erkannte es an der Grimasse, bevor er ihr unter das Kinn fasste und sie zwang, das Gemisch aus Männerschweiß und nassem Pferdefell einzuatmen. 
„Warum bist du hiergeblieben? 


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Band 2 und 3

Throntraum/ Frauenwürde

„Gebt mir mein Schwert!“, stieß ich auf Dänisch hervor.
Die weißblonde Frau neben ihm lachte hell auf. „Ein nichtchristlicher Sachse!“
Ich schlug die Zähne aufeinander, wusste jetzt, woher ich sie kannte: Sie war an Hemmings und Thorkells Seite gestanden. Damals in Roceastre. Mit Kettenhemd, Schild und Schwert.
Ich bin ein Idiot!
„Warum? Vallhall existiert nur in den Köpfen eurer Christenpriester, Ealdorman, ebenso wie das Land im Reich, das ihr Himmel oder Paradies nennt.“
„Ich will mein Schwert!“, beharrte ich.
„Hol die Klinge, Ylva!“, raunzte Thorkell und sie zuckelte hinter mich. Ich konnte nicht sehen, was sie tat, doch ihrem Ächzen nach zu urteilen, bereitete es ihr einige Mühe, das Schwert aus dem toten Mann herauszuwinden.
„Woher sprichst du so gut Dänisch?“ fragte Thorkell unvermittelt.
Ich zuckte zusammen. Meine Chance. Die letzte Chance. Jetzt, jetzt
konnte ich es sagen. Wer ich war, dass Gunhild mich die dänische
Sprache gelehrt hatte. Dass ich mit Hakon befreundet war und ihn, Thorkell kannte. Er war bei ihnen zu Gast gewesen, hatte mir und Hakon das Kämpfen mit dem Messer und das Reiten beigebracht. Damals, nach dem ruhmreichen Sieg über Olaf Tryggvasson, dem norwegischen König.
Narr! Willst du dich ihm auszuliefern? Diesem Mörder und Lügner dich anvertrauen. Selbst, wenn es gutginge, was ich bezweifle, du würdest immer mit der Angst leben müssen, dass er dich verrät. Versuche ihn zu töten, hier und jetzt!“, zischte die Stimme.
Ja, Recht hat sie. Außerdem wird Thorkell glauben, dass ich Hakon und Gunhild für den König verraten habe. Dabei, ich habe sie nicht warnen können, war zu spät gekommen. Ein Schluchzen schüttelte den Körper.
„Ich … war Kaufmannslehrling.“ 
Thorkell sah mich an. Nickte langsam. „Nimm den Helm ab!“ 

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Kurzgeschichten.

Kurzgeschichten

Kurzgeschichten: Meer als Worte 2025

Kurzgeschichten 2018: Macht, Gier, Hunger

Jomswikinger 

Ihre tatsächliche Existenz ist nicht genug bewiesen, nur bekannt aus Sagas und späteren Chroniken. Zeitgenössische Berichte und archäologisch gesicherte Funde fehlen bis heute.

Sie waren angriffslustige, hochdisziplinierte Krieger, Seefahrer und später auch Söldner. Im 10. Jahrhundert ließen sich Wikinger (nicht speziell Jomswikinger) im südlichen Ostseeraum, möglicherweise im Gebiet des heutigen Pommern/ Usedom/ Wolin, als Händler nieder und  vermischten sich mit der dortigen slavischen Bevölkerung. 

Sie lebten in  wechselnden Loyalitäten zu Dänen, Slaven und den jeweiligen Herrschern.  Archäologisch ist weder die sagenhafte Jomsburg noch ein eigenständiger Herrschaftsbereich eindeutig nachgewiesen. 
Thorkell, der Hohe , historisch belegt aus den Englandfeldzügen, wurde später mit den Anführern der Jomswikinger in Verbindung gebracht.